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Warum ich keine Fahrradhelme mehr trage
- und es auch nicht mehr empfehle
Vor etwa zehn Jahren wurde eine Bekannte von mir auf einem Radweg von einem rechtsabbiegenden Auto angefahren und verletzt (später verlor sie auch noch den Prozeß um Schadensersatz und Schmerzensgeld). Sie zog aus dem Unfall die Konsequenz, nur noch mit Helm Fahrrad zu fahren. Ich erinnere mich, daß mir dabei zunächst nicht so ganz wohl war: Sollen sich Radfahrer jetzt selbst, mit Schutzkleidung, vor zu schnell und unaufmerksam fahrenden Autofahrern schützen müssen? Wird dadurch nicht der falschen Seite Verantwortung aufgebürdet? Dieses Unbehagen verstärkte sich, als ich bald darauf in der ADAC-Motorwelt blätterte und an einem Aufruf (an Radfahrer!) hängenblieb: Sie sollten doch bitte immer Helme tragen und Radwege benutzen, zu ihrer eigenen Sicherheit natürlich. Mein Unbehagen blieb aber vage: Es paßte mir irgendwie nicht, wie die Interessenvertretung der Autofahrer sich da als Schutzengel der Radfahrer gebärdete. Da konnte doch etwas nicht stimmen... aber was? Daß ein Radhelm den Träger gar nicht nennenswert schützt, ihm eher noch schadet, auf die Idee wäre ich trotz Mißtrauen gegenüber dem ADAC nicht von selber gekommen. Da war mir einfach mein "gesunder Menschenverstand" im Wege. Nun, dachte ich, die Aufgabe des ADAC ist es nicht, den geht das nichts an - aber mich! Also muß ich selbst was für die Sicherheit tun. Nur was? Schließlich kam ich doch zu dem Schluß, a) einen Radhelm zu kaufen, ihn b) zu tragen, und c) das auch allen anderen ganz dringend zu empfehlen. Was soll ich auch sonst für meine Sicherheit als Radfahrer tun? Licht und Bremsen sind wichtig, OK, aber ein Helm ist doch ein geniales Plus! Wenn man sich mal durchgerungen hat...! Also habe ich tapfer den Kinnriemen stramm gezogen und den Helm getragen, fast stolz darauf, wie unbequem er war. Vor allem habe ich auch meine Umgebung belabert, mit missionarischem Eifer: Radfahren ist gefährlich, Helm ist wichtig, Helm hilft. Außerdem kann man ja nicht zuletzt sein Umweltbewußtsein dadurch deutlich machen, daß man konsequent Fahrrad fährt, obwohl es "so" gefährlich ist, daß man einen Helm braucht. Jahre später erst habe ich de.rec.fahrrad entdeckt und mal ein paar hundert Artikel verfolgt, auch zum Thema Helm. Der Umgangston ist teilweise unnötig rauh, aber wenn mit erkennbarem Sachverstand gute Argumente dargelegt werden, liest man trotzdem mit. Bei der Lektüre ist mir aufgegangen, daß ich etwas zu kurz gedacht und die entscheidenden Fragen gar nicht gestellt hatte: Ist Radfahren "so" gefährlich? Sind Kopfverletzungen eine für Radfahrer besonders relevante Bedrohung? Und helfen Fahrradhelme dagegen? Wer hätte gedacht, daß die besten Antworten auf die beiden letzten Fragen jeweils Nein lauten. Hier die wichtigsten Argumente in Kürze: Warum musst Du beim Radfahren keinen Helm tragen?
Ich habe dazu auch meinen Teil beigetragen, was mir heute sehr unangenehm ist. Urs Vollmer P.S.: Zum Weiterlesen empfehle ich bei Interesse
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