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19. Bundeshauptversammlung - Berlin, 23. - 24. Mai 1998

 
Betrifft: Fahrradhelme
Antrag Nr. 7
Antragsteller: ADFC KV Göttingen
 
Die Bundeshauptversammlung möge beschließen:
 
Der ADFC geht gegen jegliche Bemühungen vor, eine Helmpflicht herbeizuführen. Speziell spürbaren Tendenzen, das Fahrradfahren ohne Helm als unverantwortbar gefährlich darzustellen und so eine mögliche Helmpflicht heraufzubeschwören, wird der ADFC künftig mit den ihm zu Gebote stehenden Mitteln aktiv entgegentreten, um ernsthafte Forderungen nach einer Helmpflicht erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Dazu gehört insbesondere:
  1. Er bemüht sich darum, die Helmdiskussion auf wissenschaftlich fundierte Grundlagen bezüglich Nutzen und Grenzen der Schutzwirkung von Helmen zu stellen und insbesondere auch kritische wissenschaftliche Veröffentlichungen als Gegenargumente zu einer möglichen Helmpflicht zu sammeln und bekannt zu machen.
     
  2. Auf Grundlage dieser wissenschaftlich fundierten Argumentationen bemüht er sich darum, bei Institutionen - Versicherungen, Ministerien, Verbänden, Multiplikatoren, Medien - Tendenzen entgegenzutreten, einen sozialen oder juristischen Druck zum Helmtragen zu erzeugen.
     
  3. Er appelliert an seine Gliederungen, auf Teilnehmer von ADFC-Veranstaltungen keinen Zwang oder Druck zum Helmtragen auszuüben. (Punkt 3 wurde nicht angenommen, siehe auch Protokoll, Lo)
     
  4. Bei Helmberatungen und Helminfos des ADFCs wird grundsätzlich auch über wissenschaftlich fundierte Zweifel an der Schutzwirkung und Notwendigkeit von Helmen berichtet, so sie bekannt sind.
Begründung:
Nach Einführung von Helmpflichten in Australien, Neuseeland und Teilen der USA werden auch in Europa (z.B. Slovenien, Spanien, Schweden) zunehmend Forderungen nach einer Helmpflicht laut. Eine solche Helmpflicht hätte katastrophale Auswirkungen auf die Fahrradnutzung. Auch starke Helm-Propaganda, die die Gefahren des Radfahrens überbetont, schreckt tendenziell Menschen vom Radfahren ab. Auch gibt es schon Bemühungen von Versicherungen Nichthelmträgern gegenüber Helmträgern schlechter zu stellen.
    Der ADFC darf dem nicht tatenlos zuschauen bis es zu spät ist, sondern muß Strategien erarbeiten, um einer drohenden Helmpflicht schon in den Frühphasen entgegenzutreten. Die finanzielle Beteiligung an der Anti-Helmpflicht-Kampagne des ECF kann hier nur ein Anfang sein. Der ADFC kann eine Helmpflicht nur verhindern, wenn er Forderungen nach einer Helmpflicht entgegentritt, bevor sie zu laut werden. Deshalb kommt dieser Antrag zu einem Zeitpunkt, wo die Gefahr einer Helmpflicht noch sehr weit weg erscheint.
    Darüber hinaus wurde in letzter Zeit Ergebnisse bekannt, die eine Schutzwirkung von Helmen allgemein in Frage stellen und mit denen sich der ADFC auseinanderzusetzten hat. Diese Erkenntnisse müssen in die Helmberatung einfließen und in die Gliederungen getragen werden.

 
  Seite 1: BHV-Antrag Fahrradhelme Pfeil rechts Protokoll: Beratung der Anträge, Abstimmung
Pfeil rechts Seite 2: Zusätzliche Fakten und Informationen Pfeil rechts Kommentar vom Antragsteller (Stephan Wellstein)

 
Autorenbeiträge:
Anton Ertl | Bernd Sluka | Carsten Lechte | Christian Sachs
Christoph Kaufmann | Harald Kirsch | Karl Brodowsky | Kurt Fischer
Markus Imhof | Mathias Böwe | Natalja Rakowsky | Rolf Mantel
Sven Bauer | Urs Vollmer | Volker Speer | Werner Icking
 
Radhelme und ihre Normen (Patrick Hansmeier)
Helmspezifikationen und Mittelstufenphysik (Andreas Weickenmeier)
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